Georadar
Georadarmesungen entlang eines Flussdammes © Klaus Löcker

Zu den neuesten geophysikalischen Methoden zur Untersuchung oberflächennaher Strukturen bzw. Auffindung von Objekten zählt das Georadar. Von einer Antenne werden elektromagnetische Strahlen mit Frequenzen um 1 – 2400 MHz ausgesendet und wieder empfangen. Das Prinzip entspricht der Reflexionsseismik, nur handelt es sich nicht um Druckwellen, deren Signale man letztlich registriert, sondern eben um elektromagnetische Wellen.

Der Vorteil besteht hauptsächlich in

  1. der Kleinräumigkeit der Messanlage, wodurch Messungen in relativ engen Räumen, wie sie in Bergbauen vorkommen, aber auch Stollen, etc. realisierbar sind
  2. und in der Detailhaftigkeit der Messaufnahmen, die Strukturen von wenigen cm erkennbar machen können. Diese Messaufnahmen werden Radargramme genannt.

Die Anwendungsmöglichkeiten sind mannigfaltig und umfassen Archäologie, Hohlraumsuche, Minensuche, Altlasten, Leitungsverfolgung und generellen Bodenuntersuchungen hinsichtlich dessen Aufbaus. Die Detektionstiefe hängt einerseits von der gewählten Radarfrequenz ab (für Eindringtiefen von wenigen cm werden GHz-Antennen verwendet) und der Bodenbeschaffenheit ab, und variiert daher stark, aber vorhersehbar. Normalerweise werden Eindringtiefen von 2 – 6 m erreicht. In sehr trockenem Gebirge (Wettersteinkalk) konnten noch Reflexionen von über 20 m entfernten Hohlräumen detektiert werden.

Mehr dazu unter https://de.wikipedia.org/wiki/Bodenradar.