Eine kurze Einführung in die Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten

von Wolfgang A. Lenhardt - Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Version: 16.5.2017

Download als PDF:

Der folgende Beitrag behandelt das Verfassen und Präsentieren von wissenschaftlichen Inhalten. Das Halten von Reden und Vorträgen wird hier nicht behandelt, denn dieses folgt anderen Regeln.

Tipps zum Verfassen von Publikationen:

Der Unterschied zwischen dem Verfassen einer Bakkalaureatsarbeit, einer Diplomarbeit oder einer Dissertation oder eines wissenschaftlichen Artikels ist im Wesentlichen der Umfang und der Grad der Originalität. Wenn es sich um einen kurzen Beitrag handelt, resultiert daraus auch ein gewisser Drang zur Kürze, was eine prägnante und besonders klare Ausdrucksweise erfordert.

Je nachdem, wo ein Schriftstück publiziert wird, gelten bestimmte Formatierungsregeln. Lassen Sie sich davon vorerst nicht beeindrucken. Wichtig sind erst einmal der Inhalt und der maximale Gesamtumfang (inkl. Beiwerk wie Tabellen, Abbildungen wie Grafiken und Fotos, Literaturliste unter Berücksichtigung des Seitenspiegels und der Schriftgröße). Wählen Sie „Times New Roman“ – denn eine Serifenschrift lässt sich gut lesen − mit einer Schriftgröße von 12 Punkt A4 mit 2,5 cm Rand oben-unten-links-rechts. Auf Postern verwenden Sie aber keine Serifenschrift, sondern „Arial“ oder dergleichen. Was Grafiken und Fotos betrifft so ist es oft hilfreich, gleich zu Beginn zu entscheiden, ob Farbabbildungen überhaupt zulässig und/oder notwendig sind. Eine spätere S/W-Konvertierung führt meist zu unzulänglichen bzw. schlecht lesbaren Abbildungen. Für den Druck von Farbabbildungen verlangen Verlage oft extra Geld!

Dazu kommen:

  1. Sprache (Deutsch, britisches oder amerikanisches Englisch)
  2. Zielpublikum (Institut, Fachleute, allgemein)

Tipp: Besorgen Sie sich einen aktuellen Beispielartikel aus Ihrer Bibliothek (Bakkalaureats- oder Diplomarbeit bzw. Dissertation) oder sehen Sie sich einen Fachartikel aus dem letzten Heft der Reihe an, in der Sie publizieren wollen.

Sprache:

Dezimalpunkt im Englischen, Dezimalkomma im Deutschen. Das ist sehr lästig in Grafiken, die einmal so und einmal so verwendet werden. Das lässt sich oft gar nicht verhindern. Vor allem, wenn Abbildungen aus einem englischen Artikel in einen deutschsprachigen Beitrag übernommen werden (müssen), sollte man darauf achten, die Typografie (also Punkt oder Komma) anzugleichen. Übernommene Textzitate sind im Original wiederzugeben sowie deutlich vom Text abzuheben (kursiv oder eingerückt) und können zwecks Verständnis zusätzlich übersetzt werden.

Beispiele:

Britisch Amerikanisch
Centre Center
Acknowledgement Acknowledgment
Colour Color
Theatre Theater

Besonders irritierend sind Aufzählungen in scheinbar gemischter Schreibweise, die aber korrekt sind:  International Seismological Centre (ISC), National Earthquake Information Center (NEIC).Der Grund: Das ISC hat seinen Sitz in Großbritannien und das NEIC in den USA.

Struktur:

Die grundsätzliche Struktur ist immer:

  1. Danksagung (Betreuer, Datenursprung). Bei einem Fachartikel folgt diese am Ende des Beitrags. (Brit. Acknowledgement bzw. amer. Acknowledgment!)
  2. Einführung: Motivation/Anlass? Zweck/Notwendigkeit? Probleme? Weshalb hat sich mit dem konkreten Thema noch niemand befasst?
  3. Methode: Neue oder angewendete (Literatur!) Methode, Limitierung? Genauigkeit? Woher die Idee?
  4. Daten: Ursprung? Auswahlkriterien? Genauigkeit? Umfang (zeitl./räumlich, physikalisch > Bsp. Dichte von/bis)?
  5. Resultat: Was kam heraus? Diskussion mit Literaturauseinandersetzung
  6. Zusammenfassung: Was wollte ich sagen? Keine Literaturzitate mehr!
  7. Literatur: Liste aller verwendeten und daher im Beitrag zitierten Arbeiten/Quellen inkl. Internet (Wikipedia ist oft bei Fachzeitschriften nicht erwünscht, daher Kontakt mit dem Autor aufnehmen und Originalarbeit bzw. Zitat senden lassen oder wenigstens das Abrufdatum anführen)

Formeln:

Nummerieren Sie die Formeln der Reihe nach durch und besprechen Sie im Text jede Formel. Achten Sie darauf, dass jede Variable im Text oder einer Formellegende (der Formel nach gestellt) erklärt wird. Bei Skalierungsgesetzen vergessen Sie nicht, die Einheiten in der Formel oder deren Legende oder wenigstens im Bezug nehmenden Text anzuführen.

Bsp.: Die bei einem Erdbeben der Magnitude M freigesetzte seismische Energie „Es“ entspricht (in Megajoule)

log Es =  1,5 M – 1,2.

Das ist besser als

log Es (MJ) = 1,5 M – 1,2

da „MJ“ als Variable verstanden werden könnte. Das hängt aber von der Art und Weise ab, wie Sie Formeln schreiben und dabei mit Klammerausdrücken umgehen. Doppelklammern sollten – wenn geht – vermieden werden.

Bei komplizierten Formeln mit Wurzelzeichen, Integral und dgl. oder Sonderzeichen machen Sie am besten einen „screenshot“ und fügen diesen als Grafikausschnitt ein. Dann können Sie in ein paar Jahren Ihre Arbeit auch noch lesen. Bei Fachartikeln für eine Zeitschrift wissen dann auch Grafiker und Lektoren, wie die Formel letztlich aussehen soll. Überhaupt sollte auf besondere Schrifttypen (Wingdings, ZapfDingbats) verzichtet werden. Diese sind später oder auf einem anderen Rechner ziemlich sicher nicht installiert. Sogar „Symbol“ macht schon Schwierigkeiten, laufen diese doch manchmal unter dem Namen „MathGreek Symbols“ – und schon ist es passiert, dass die Zeichen nicht mehr richtig dargestellt werden.

Hyperlinks:

Deaktivieren Sie alle Hyperlinks in Ihrem Dokument. Das braucht man nicht in einer Druckversion und schränkt die Lesbarkeit ein, insbesondere, wenn eine Serifenschrift verwendet wird. In einer PDF-Version für eine Homepage ist es jedoch wiederum sehr hilfreich, also ggf. zwei Versionen der Letztfassung anlegen.

Einheiten:

Es sind durchwegs SI-Einheiten (Meter, Kilogramm, Sekunde ...) zu verwenden. Vergessen Sie CGS (Zentimeter, Gramm, Sekunde ....) und andere Einheitensysteme! Sie helfen sich und den anderen dadurch beim Verstehen Ihres Beitrags. Es ist oft eine Pein, angelsächsische Formeln entsprechend anzupassen, bleibt aber nicht erspart. Mischen Sie auf keinen Fall angelsächsische und SI-Einheiten!

Das  Trennen  einer  Zahl  von   der   dazugehörenden  Einheit  ist  auch nicht   zulässig:     z. B. 15 km. Hier hilft in WORD unter Windows beim Leerzeichen: STRG + SHIFT + Leerzeichen, und die Einheitsbezeichnung wird von der Zahl beim automatischen Zeilenumbruch nicht getrennt. 

Übrigens werden z.B. Megapascal als MPa und Kilonewton als kN (KN würde ja Kelvin-Newton bedeuten, und das macht keinen Sinn!) abgekürzt. Oft findet sich „Mpa“ als Druckeinheit, nur weil ein Rechtschreibprogramm zwei aufeinanderfolgende Großbuchstaben automatisch „korrigiert“ hat. Das ist falsch und gehört manuell korrigiert!

Abbildungen und Tabellen:

  1. Besprechen Sie jede Abbildung/Tabelle im Text. Ist das nicht der Fall, dann ist diese Abb./Tab. auch nicht notwendig. Dies hilft jedenfalls, den Umfang zu kürzen.
  2. Die Abbildungs- und Tabellentitel sollten so kurz wie möglich sein.
  3. Tabellen werden immer oben beschriftet, Abbildungen immer unten – ob linksbündig oder mittig hängt vom Verlag ab. Rechtsbündig wird nur in Prospekten und Zeitungen verwendet.

Literaturliste:

Im Englischen auch „References“ oder „Literature“ genannt. Das Format richtet sich nach Wissensgebiet, Verlag oder Institut. GeologInnen zitieren vollständiger als GeophysikerInnen, indem sie auch die Anzahl der Tabellen und Abbildungen am Ende eines Beitrags anführen. HistorikerInnen zitieren in Fußnoten auf der jeweiligen Seite.

Überprüfung am Schluss:

  1. Wurde eine Kurzfassung (auch in Englisch und/oder Deutsch) verlangt und ist diese vorhanden?
  2. Wurden Stichwörter verlangt? Sind diese am Anfang angeführt?
  3. Rechtschreibprüfung und Absatzkontrolle
  4. Löschen aller Doppelleerzeichen „  „ durch mehrmaliges „Suchen und Ersetzen“
  5. Formelüberprüfung (Formel korrekt?, nummeriert, im Text richtig zitiert?, Dezimalkomma/ -punkt?)
  6. Stimmen alle Literaturangaben (vollständig, richtig, einheitliches Format)?
  7. Sind alle Abbildungen, Tabellen und Anhänge dabei?
  8. Stimmt der Titel noch mit dem Inhalt überein? Oft „entwickelt“ sich ein Beitrag, und am Schluss passt der Titel nicht mehr zum Inhalt. Der Titel muss dem Inhalt prägnant entsprechen!
  9. Korrektur lesen lassen von jemand anderem.
  10. Benennung des Dokuments mit seinem Namen und einer Ergänzung zur eigenen Identifizierung. Sinn: Verlage und Tagungen fangen herzlich wenig mit Dokumenten an, die so heißen wie der Verlag oder die Tagung. Andere tun das auch! Das gilt auch für Vorträge und PowerPoint-Shows. Beispiel: Lenhardt_1590earthquake_EGU2009.doc. Dann wissen Sie und der Empfänger, was das Dokument beinhaltet.
  11. Wenn Sie das Dokument als PDF verschicken wollen, prüfen Sie, ob das PDF auch wirklich Ihr Dokument genau abgebildet hat. Auch hier passieren manchmal die wundersamsten Dinge. Es empfiehlt sich, ein .doc UND ein .pdf zu schicken.

Schreibstil:

  1. Der Schreibstil ist natürlich jedem selbst vorbehalten. Man sollte nur nicht zu überheblich wirken und Selbstbezüge vermeiden (anstelle von: „und dann habe ich untersucht ... und wir sind dann auf den Berg gegangen“ ist besser: „und dann wurde untersucht ... und danach konnte der Gipfel erklommen werden“. Witze sind genauso unpassend wie zynische Kritik an anderen Autoren. Anstelle von „die Autoren XY haben den Faktor Z vernachlässigt“ liest es sich besser, wenn „die Autoren XY nicht auf den Faktor Z eingegangen sind“. Natürlich kann man Kritik an anderen Arbeiten üben, jedoch sollte man Aussagen, wie „ist einfach falsch“ oder „Unsinn“ vermeiden. Anstelle kann man von „schwer nachvollziehbar“ oder „in diesem Zusammenhang als fragwürdig einzustufen“ sprechen. Letzteres ist auch schon sehr stark und zeugt davon, dass man nachweislich gegenteiliger Meinung ist. Die Betonung liegt auf „nachweislich“ und daher muss man sich dann auch die Mühe geben, genau zu erklären, weshalb man anderer Meinung ist. Hinterfragen Sie auf jeden Fall, ob Sie eine von Ihnen kritisierte Aussage auch wirklich richtig verstanden haben. Es passiert manchmal, dass eine anderweitige Interpretation auf einer anderen Anschauungsweise fußt, die man im eigenen Kontext übersieht. Denken Sie daran, dass es IMMER einen Grund gibt, etwas zu behaupten. Das hilft auch beim Relativieren der eigenen Behauptungen.
  2. In der Kürze liegt die Würze. Kommen Sie zum Punkt und verwenden Sie Beispiele oder Anwendungen, um Ihre Methode zu erläutern. Machen Sie Gebrauch von Prinzipskizzen. Das hilft Lesern, das Prinzip zu visualisieren, zu verstehen und sich zu merken. Gute Skizzen oder Abbildungen verhelfen auch zu einer Zitierung in späteren Arbeiten durch andere und damit zu einer besseren Verbreitung Ihrer Arbeit.
  3. Wie stark man gesellschaftliche Umgangsformen in einen Vortrag oder Beitrag einbringt, hängt ganz vom Zielpublikum und Anlass ab. Sie sind bei wissenschaftlichen Arbeiten fehl am Platz, eignen sich aber für Ansprachen.

Wissenschaftliche Korrektheit:

Wie sicher sind Sie in Ihren Ausführungen? Hegen Sie selbst Zweifel an Ihren Erkenntnissen, die Sie weiter verbreiten wollen? Wenn ja, gut! Was sind dann die Einschränkungen? Beschreiben Sie sie! Wenn nein, dann stimmt etwas nicht! Dann mangelt es an Selbstkritik. Wissenschaftliche Artikel ohne Einschränkungen bzw. Begrenztheit des Anwendungsbereichs sind nicht wissenschaftlich! Fragen Sie sich, wie genau Ihre Messergebnisse sind! Haben Sie sich Gedanken über eine Überprüfbarkeit bzw. Wiederholbarkeit (Verifizierbarkeit) Ihrer Aussage gemacht? Wie steht es um Gegenbeispiele? Haben Sie Gegenargumente in Ihrer Arbeit erwähnt? Das sollte man! Gibt es einen Datensatz, der Ihrer Aussage widerspricht? Wenn ja, wie gingen Sie in Ihrem Beitrag damit um? Etwa gar nicht? Sollten Sie aber.

Nichts bietet „Reviewern“ mehr Anlass zur Kritik als Gegenbeispiele, die nicht diskutiert werden, um gegebenenfalls eigene Thesen oder Interpretationen oder die Datenoriginalität in einem anderen Licht erscheinen zu lassen. Dass man nicht alles kennen und zitieren kann ist klar. Ein gewisses Maß an Selbstkritik zeugt aber nicht nur von Bescheidenheit, sondern demonstriert Fachkenntnis.

Tipps zur Erstellung von Postern:

  1. Verwenden Sie das Grafikprogramm, mit dem Sie am besten umgehen können. Es ist sogar mit PowerPoint möglich, ein Poster zu entwerfen. Allerdings sind die Abmaße dann nicht „treu“, d.h. 70 cm x 100 cm ist dann um 5 bis 7 % kleiner – auch als PDF. PowerPoint ist offiziell nur bis A3 maßgerecht. Darüber hinaus geht es also meist auch, jedoch passt dann die Größe eben nicht mehr richtig. Hier braucht es ein richtiges Grafikprogramm wie CorelDraw oder Ähnliches.
  2. Die Titel von Poster sind meist zu lang – also prägnanter Titel! Haben Sie alle MitautorInnen angeführt? Kennen diese die Letztfassung des Posters auch? Es hat sich nämlich eingebürgert, dass Poster in letzter Sekunde fertiggestellt werden, weil diese ja selber zur Tagung mitgenommen werden, und die MitautorInnen kennen den Inhalt daher kaum. Diese werden dann manchmal von Interessenten angesprochen und können nichts zum „eigenen“ Poster sagen. Das hinterlässt einen eigenartigen Beigeschmack.
  3. Verwenden Sie keine Serifenschrift (wie „Times New Roman“), sondern „Arial“ oder dergleichen.
  4. Lassen Sie „Luft“ zwischen den Absätzen und Bildern. Eng gesetzte Posterinhalte sind unlesbar und schrecken ab.
  5. Wenn mehrere Poster aus Ihrer Institution präsentiert werden, dann sprechen Sie sich mit den anderen Poster-Autoren ab! Die Poster sollen das gleiche Layout, Struktur, Logo etc. haben. Das könnte Ihnen zwar egal sein, aber es erhöht den Wiedererkennungswert der Institution und freut die Institution, die Sie zur Tagung geschickt hat
  6. Größe? Gibt es eine Vorgabe seitens des Tagungsveranstalters? Wenn ja, unbedingt befolgen! Manchmal entsprechen die Posterwände nicht der Erwartung, und nichts sieht schrecklicher aus als ein Poster, das über den „Tellerrand“ hängt. Auch „Kacheln“ aus A4-Zetteln (praktisch im Transport, aber absolut unleserlich, wenn aufgehängt, da zu klein, und der Gesamteindruck ist schrecklich) sind zu vermeiden.
  7. Prüfen Sie die Lesbarkeit. Ein Poster sollte aus 1,5 m Distanz problemlos lesbar sein. Wenn nicht, gibt es ein Problem. Oft sind Poster völlig überladen. Fassen Sie sich kurz und vergessen Sie nicht, auf die Lesbarkeit der Grafiken zu achten. Normalerweise sollte es der Text einer Kurzfassung tun, die, in fünf Blöcke strukturiert, über die Posterfläche verteilt ist. Was Sie auf maximal acht gut entworfenen PowerPoint-Seiten (siehe später) darstellen können, passt auch auf ein Poster. Mehr Information ist zu viel! Motto: „Sehen und Verstehen“, nicht „Lesen und Verstehen“. Der Besucher investiert ca. 10 Sekunden, um den Inhalt zu erkennen – ähnlich wie bei einer PowerPoint-Folie. Wenn das Interesse geweckt wurde, bleibt er/sie dann auch länger. Also nicht überladen, sondern bunt und zum Punkt (Titel!).
    Einen Teil der Lesbarkeit macht auch wieder die Nichttrennung von Zahl und Einheit aus. Lösung: Markieren Sie das Leerzeichen dazwischen und drücken ALT und +.
  8. Machen Sie einen A4-Testausdruck, bevor Sie viele Quadratmeter an Papier verschwenden. Das ist zeitraubend, kostet viel Farbe/Geld und verhindert, dass man den Plotter inzwischen anderweitig nützen könnte. Zuletzt geht dann noch das Papier aus. Prüfen Sie auf dem Testausdruck den Text auf Schreibfehler, Platzierung und Größe der Grafiken. Was Sie auf A4 am Schreibtisch nicht lesen können, können Sie auch auf A0 in einer Entfernung von 1,5 m nicht erkennen!
  9. Ist auch alles auf dem Poster drauf? Es passiert manchmal, dass der Drucker überfordert ist (zu wenig Speicher) und ganz erratisch Grafiken nur teilweise ausdruckt. Das ist besonders tückisch bei Vektorgrafiken, in denen es oft vorerst gar nicht auffällt, dass gewisse Pfeile, Hintergrundfarben oder Buchstaben plötzlich fehlen.
  10. Vergessen Sie nicht auf doppelseitige Klebestreifen wie Spiegelbänder > erhältlich beim Baumarkt und dgl. Oft sind diese beim Veranstalter rar oder bereits aufgebraucht.
  11. Produzieren Sie zwanzig A4-Farbkopien und geben Sie zehn davon in eine Klarsichtfolie zur Entnahme unter das Poster. Füllen Sie später nach.

Tipps zur Erstellung von Präsentationen:

Es gilt das Gleiche wie bei Postern, nur

  1. Achten Sie auf die Version von PowerPoint. Inzwischen ist es schon fast üblich, dass man auf Animationen verzichten soll, da auf dem Rechner, auf dem die PowerPoint-Präsentation dann läuft, eine andere Version installiert ist. Tückisch sind Fonts (Schriften), die es dann dort nicht gibt. Daher gängige Fonts wie „Arial“ oder dgl. verwenden. Mac-, Microsoft und Linux-Kompatibilität: Vergessen Sie's! Das verlangt Testläufe auf der jeweils anderen Maschine. Oft sind GIFs gespiegelt, Animationen anders etc. Was tun? Fertigen Sie eine PDF für die Präsentation an. Man kann ja nie wissen, ob es Probleme mit der dort installierten PowerPoint-Version gibt, und ersetzen Sie alle Formeln, Sonderzeichen und dgl. durch ScreenShots in ihrer PowerPoint-Präsentation.
  2. Bei Aufzählungen nicht viel mehr als 5 Zeilen auf einer Seite.
  3. Keine überladenen Seiten (nur 1 – 2 Bilder pro Seite).
  4. Nur Animation, wenn unbedingt notwendig. Damit wird das Ganze auch Plattform-unabhängiger.
  5. Rote Texte unbedingt vermeiden. Das kann kein Mensch lesen und brennt in den Augen.
  6. Weißer Hintergrund knallt, also hellgrau oder Pastellton. Jedenfalls eine ruhige Farbe wählen. Weiß ist gemein und hart. Ausprobieren! Oder Vorlage verwenden.
  7. Tabellen mit vielen Spalten und Zeilen: Weg damit. Kann man auch nicht lesen. Ärgert!
  8. Grafiken: Reduzieren Sie die Größe von Grafiken, damit das PowerPoint-Dokument nicht zu groß wird. Das kostet Zeit beim Laden zu Beginn Ihrer Präsentation und es ist störend, wenn fünf Minuten nichts passiert. Sie stehen ja schon auf der Bühne und müssen dann die Zeit füllen. Humor, aber keine Witze sind dann angebracht, also vermeiden Sie das. Jedenfalls erweckt es den Eindruck von Unprofessionalität und ggf. der Überheblichkeit, wenn gewitzelt wird. Grafiken bitte in 1a-Qualität – also scharf bitte – und, wenn geht, stimmig mit dem Hintergrund!
  9. Seitennummern sind sehr praktisch für darauffolgende Diskussionen.
  10. Zeigen Sie die PowerPoint-Präsentation jemand anderem. Sie werden sich wundern, wie viele Fehler noch gefunden werden.
  11. Präsentation: Lassen Sie sich etwas Zeit. Fegen Sie nicht über die Seiten hinweg. Es hat Sie viel Zeit gekostet, diese Seiten zu erstellen! Das Publikum sieht die Seiten aber zum ersten Mal! Es braucht wenigstens 10 Sekunden, um sich darauf zu konzentrieren, und Sie reden auch noch dazwischen! Machen Sie einen Probelauf zu Hause und stoppen Sie die Zeit (ggf. mit PowerPoint). Wenn Sie zu einer Seite nichts sagen können/wollen – weg damit. Kommen Sie mit der Präsentation in der vorgegebenen Zeit nicht durch: Kürzen – weniger Seiten, aber nicht schneller pro Seite werden. Das Publikum muss jeder Seite folgen können. 10 Minuten = maximal 30 Seiten. Sie wollen ja nicht nur Bilder zeigen, sondern auch etwas dazu sagen. Gehen Sie auf die jeweilige Seite ein und reden Sie nicht daneben einher, als hätten Sie zu der Seite nichts zu sagen. Erklären Sie Achsen und Einheiten von Diagrammen. Das hilft den Zusehern beim Verständnis des Gezeigten und stellt eine Brücke zwischen dem Bild und Ihnen her. Da der Mensch visuell geprägt ist, konzentriert sich das Publikum auf das Bild und nicht auf Sie, besonders wenn der Raum verdunkelt ist. Wenn Sie im Hintergrund dazu murmeln, verliert das Publikum das Interesse.
  12. Machen Sie Ihre Präsentation sitzend oder frei stehend oder hinter einem Pult? Das weiß man oft erst, wenn man den Raum betreten hat. Kleiden Sie sich daher angemessen so, als würden Sie frei stehend präsentieren. Dann kann nichts schief gehen, wenigsten nicht in dieser Hinsicht.
  13. Benennen Sie Ihr Dokument sinnvoll. Bsp.: Lenhardt_1590earthquake_EGU2009.ppt. Das spart Zeit und Verwirrung für diejenigen, die den Desktop bei einer Tagung verwalten.